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Freizeit

Spuren des Kriegs, bildschöne Natur

Ernst Martinek bringt den Balkan nach Oberösterreich.

Spuren des Kriegs, bildschöne Natur

Ernst Martinek erfuhr auf dem Balkan große Gastfreundschaft und hielt Karstquellen, Bauten und Bergpanoramen auf seinen Bildern fest. Bild:

Nach Unbekanntem abseits erschlossener Pfade sucht Ernst Martinek für seine Fotoschauen. Ab 15. Februar würdigt der Grieskirchner den Balkan und seine "wilde Schönheit" (mehr in der Box).

Entdecken wollte sie der "Pädagoge im Unruhestand" schon seit den 80ern. "Wir sind damals, als Jugoslawien noch intakt war, mit der Familie in einem Campingbus aus einem Urlaub in Anatolien zurückgekehrt – über den Ohridsee", sagt der 70-Jährige. Als er am Ufer des Sees auf der Balkanhalbinsel stand, dessen gut 350 Quadratkilometer sich heute auf Albanien und Mazedonien aufteilen, fiel sein Blick auf die Grenze zu Albanien. "Ich wusste, da drüben ist ein Land, das völlig abgeschottet war – etwas sehr Geheimnisvolles."

Schließlich widmete Martinek Juni, Juli und Oktober 2017, um der geographischen Versuchung zu erliegen – 10.000 Kilometer fuhr er mit ehemaligen Lehrerkollegen in seinem augenscheinlich unzerstörbaren Uralt-Pajero. Ein "Allradler", der auf Strecken fuhr, "die es seit der Antike gibt und an denen seitdem anscheinend nichts repariert worden ist." Doch für das Verlassen der Komfortzonen wurde Martinek belohnt – mit Motiven von beeindruckender Herzlichkeit, beachtlichen Landschaften und Unerwartetem. Im Hinterland von Montenegro und des Kosovo hielt er Berge fest, die an die heimischen Kalkalpen erinnern, sie bescherten ihm eine Schneefahrbahn, unterhalb aber Herbstbäume, die leuchteten wie jene im "Indian Summer" in Nordamerika. Lange hielt seine Gruppe nach einem "Waisenhaus für Tanzbären" Ausschau, gefördert von der Pariser Kino- wie Tierschutzikone Brigitte Bardot (83).

Ewig suchte die Gruppe nach einem Frauenkloster, das sie längst gesehen hatten, aber ob seiner Befestigung für eine Polizeistation hielten, vor einem serbisch-orthodoxen Männerkloster standen überhaupt alte Panzer der KFOR-Truppen.

Vergangenes bricht hervor

Der Krieg ist noch immer präsent. "In Pristina findet man viele junge, urbane Menschen, die nach vorne schauen wollen. Fragt man aber Menschen, die älter als 40, 45 Jahre sind, nach dem Krieg, ist es, als würde die Vergangenheit nur so aus ihnen herausbrechen. Man spürt, wie sie die heikle Nationalitätenfrage noch immer beschäftigt", sagt Martinek, der unversehens auf einer UÇK-Wahlveranstaltung landete. "Dort habe ich einen richtigen Krieger kennen gelernt", erzählt der frühere Zivildiener. Aber weil er das Fremde nicht scheut, hat er sich auf ihn eingelassen. Wie damals in Kuba, als er einen Revolutionär traf, der mit Che Guevara und den Castro-Brüdern vor Gericht stand. Martinek: "Plötzlich erkennst du, dass du einem Mörder die Hand geschüttelt hast."

„Balkan – Wilde Schönheit“ auf Tour

15./16. 2.: Waidhofen an der Thaya, Raika-Saal
17. 2.: Weiten, Mehrzweckhalle der Volksschule
1. 3.: Tollet, Schloss
2./3. 3.: Grieskirchen, Wirtschaftskammer (WK)
5. 3.: Freistadt, Salzhof
6. 3.: Schärding, WK
7. 3.: Gmunden, Stadttheater
9. 3.: Ostermiething, KultOS
10. 3.: Oftering, Mehrzweckhalle
15. 3.: Ried im Innkreis, Pfarrsaal Riedberg
16. 3.: Linz, Volkshaus Dornach-Auhof
19. 3.: Bad Schallerbach, Atrium, Achtung! 19.15
22. 3.: Enns, d’Zuckerfabrik
23. 3.: Obernberg am Inn, Pfarrsaal
4. 4.: Perg, Pfarrsaal
5. 4.: Bad Hall, Gästezentrum
7. 4.: Alkoven, Pfarrsaal
Beginn: je 19.30

Karten: Tel. 0699 / 110 43 547, e.martinek@gmx.at
www.webfocus.at/martinek

 

 

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Artikel Nora Bruckmüller 09. Februar 2018 - 00:04 Uhr
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