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Zwischen Salzburg und Bad Ischl pfauchen jetzt die Radfahrer

BAD ISCHL. 63 Kilometer lange Zeitreise: Die vergessene Trasse der alten Salzkammergut-Lokalbahn ist ein Geheimtipp für Touren-Radfahrer.

Zwischen Salzburg und Bad Ischl pfauchen jetzt die Radfahrer

Genießer- und Entdeckerroute Bild: (Tourismus)

Vor 60 Jahren fuhr zum letzten Mal ein Zug der Salzkammergut-Lokalbahn von Bad Ischl nach Salzburg. 1957 wurde die Strecke zuerst eingestellt, dann demontiert. Heute erinnert nur noch wenig an die 63 Kilometer lange Linie, auf der die Dampflokomotiven einst pfauchten: Verwaiste Tunnelröhren in St. Gilgen etwa. Oder die "Ischlerbahnstraße" in Salzburg.

An- und Abreise mit dem Zug

Befahren lässt sich die Strecke dennoch. Nämlich mit dem Drahtesel. Die Route ist perfekt geeignet für einen gemütlichen Tagesausflug in nur eine Fahrtrichtung, denn sowohl Bad Ischl als auch Salzburg eignen sich gut für die An- und Abreise per Bahn. Dazu kommt: Zweirad-Wanderer fahren entlang der gesamten Strecke auf Radwegen. Zwar gibt es keine einheitliche Beschilderung, weil die Tourenradler zwischen der Kaiser- und der Mozartstadt dreimal die Landesgrenze überqueren, doch die Orientierung ist denkbar einfach: Auf oberösterreichischer Seite ist der Radweg als "R2" ausgeschildert. In Salzburg heißt er "Salzkammergut Radweg".

Die Nutzung stillgelegter Bahnstrecken als Radwege ist international im Kommen (siehe auch www.bahntrassenradeln.de). Der Vorteil für Radfahrer liegt auf der Hand: Züge mögen keine starken Steigungen. Zudem profitieren die Radfahrer vom hohen Aufwand, der beim Bau der Eisenbahnstrecken einst betrieben wurde. Sie können die alten Viadukte und Tunnels heute exklusiv benutzen.

Wer die alte Strecke der Salzkammergut-Lokalbahn entlangradelt, muss in St. Gilgen auf das Befahren der Tunnels noch verzichten und die Scharflinger Höhe überwinden. Politik und Tourismus im Salzkammergut arbeiten aber daran, die alten Röhren für die Pedalritter zu reaktivieren.

Doch auch so können Tourenradler auf der Strecke oft erahnen, dass sie sich auf einer ehemaligen Trasse befinden. Entlang des Wolfgangsees zum Beispiel, wo eine schmale, schnurgerade und uralte Allee an den Schienenweg erinnert. Oder bei der Stadteinfahrt nach Salzburg, wo die alten Dampfzüge sich auf den letzten zehn Kilometern leicht bergab durch einen romantischen Wald schlängelten.

Zwei Tipps noch für die Genießer: Wer im Sommer fährt, sollte sich zum einen die Badehose mitnehmen. Entlang der Strecke laden Wolfgangsee und Mondsee zum Abtauchen ein.

Zum anderen gibt es überhaupt keinen Grund auf der gemütlichen Strecke zu hetzen. Das Müllner-Bräu in Salzburg öffnet seine Pforten am Nachmittag ohnehin erst um 15 Uhr.

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Artikel Edmund Brandner 02. April 2017 - 06:50 Uhr
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