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Zehn Tipps für den E-Bike-Kauf

Fahren mit Rückenwind boomt, die Fahrräder entwickeln sich technisch rasant weiter.

Tipps für den E-Bike-Kauf

Empfindlicher Akku: Im Winter ein- bis zweimal ans Stromnetz anschließen! Bild: VOLKER WEIHBOLD

Mit leichtem stetigen Tritt ohne Schweißausbrüche flott dahinradeln – nicht nur Pensionisten wissen inzwischen um die Vorteile von E-Bikes Bescheid. Das Fahren auf zwei Rädern mit (elektrischem) Rückenwind boomt auch in anderen, jüngeren Bevölkerungsgruppen. "Immer mehr Hobbysportler entdecken die E-Bikes", sagt Gerald Mayrhofer, der E-Mobilitätsbeauftragte der Linz AG. So nutzen auch immer mehr Hobbysportler Mountainbikes mit elektrischer Unterstützung. "Viele Menschen, die schon ihre Radlkarriere aus Gesundheitsgründen beendet haben, fangen jetzt wieder an, in die Pedale zu treten", so Mayrhofer.

Weil der Absatz boomt, stecken die Hersteller auch mehr Energie in die technische Weiterentwicklung. Was noch vor ein paar Jahren undenkbar war, ist heute Standard. Wir haben mit Hilfe von Gerald Mayrhofer die zehn wichtigsten Tipps für den Kauf eines E-Bikes zusammengestellt.

1 Rahmen: Weil E-Bikes nicht nur einen Motor, sondern auch einen Akku mitschleppen (Motor und Akku wiegen zwischen acht und zehn Kilogramm) und noch dazu höhere Geschwindigkeiten aushalten müssen, ist auf einen verstärkten, verwindungssteifen Rahmen zu achten. Darum sind auch nicht alle Rahmen für Nachrüstungs-E-Antriebe geeignet. Wer nachrüsten will, soll sich erst im Fachhandel erkundigen, ob das alte Rad den Belastungen standhält.

2 Bremsen: Mehr Gewicht, höheres Tempo: Diese zusätzliche Belastung gilt natürlich auch für die Bremsen. Zumeist sind hydraulische Scheibenbremsen verbaut, die ausreichend verzögern. Bei älteren Modellen war die Bremsleistung oft zu gering.

3 Motor: Die Antriebseinheit wird an drei verschiedenen Stellen montiert: Vorderrad: "Da ist die gesamte Belastung vorne", sagt Gerald Mayrhofer. "Bei Nässe und in Kurven besteht eine höhere Rutschgefahr." Zudem lässt sich das Fahrrad wegen der Gewichtsverteilung schwerer lenken. Unter der Tretkurbel: Diese Variante hat die größten Vorteile. Der Elektro-Motor wird bestens gekühlt und der Schwerpunkt ist tief unten. Zudem stört der Motor nicht beim Reifen- bzw. Schlauchwechsel. Nachteil: Eine Gangschaltung kann nur direkt am Hinterrad (8-, 10- oder 14-Gang) angebracht werden. Drei Kranzeln vorne sind technisch nicht umsetzbar. Hinterrad: Bei diesem System können auch bei der Tretkurbel drei Zahnkränze samt Umwerfer montiert werden, weshalb 24, 27 oder mehr Gänge möglich sind. Beim Anfahren wird die Kraft sofort auf den Asphalt gebracht.

4 Motorleistung: Damit ein Motor auch bei anspruchsvollen Steigungen ausreichend Unterstützung bietet, sollte der Antrieb mindestens 350 Watt haben. "Mit dieser Wattzahl ist ein Fahrrad kräftig genug", sagt Mayrhofer.

5 Bike-Art: Nach den City- werden heute immer mehr Trekking- und vor allem Mountainbikes mit E-Antrieben ausgerüstet.

6 Akkus: Moderne Energiespeicher wiegen inzwischen nur noch 3,8 Kilogramm, sagt Mayrhofer. Drin stecken zumeist fünf mal 15 Lithium-Ionen-Zellen, die mindestens 36 Volt und 15 Ampere-Stunden (Ah) zur Verfügung stellen.

7 Akku-Montage: Die Akkus können an drei verschiedenen Plätzen montiert werden: Hinter der Sattelstütze: Der Vorteil ist der vergleichsweise niedrige Schwerpunkt. Zudem bleibt vorne am Rahmen noch Platz für Trinkflaschen etc. Im Dreiecksrahmen: Diese Variante wird meist bei Mountainbikes gewählt. Nachteil: Der klassische Platz für Trinkflaschen ist damit belegt. Im Packlträger: Der Schwerpunkt ist vergleichsweise hoch, dafür stört der Akku dort wohl am wenigsten.

8 Akku laden: Ganz wichtig sei, sagt der E-Mobilitäts-Experte, dass der Akku gleich am Anfang drei- bis viermal komplett leergefahren und danach voll aufgeladen wird. "Das ist nicht für den Akku selbst wichtig, sondern auch für die Akku-Steuerung, damit das System weiß, wann die Energiespeicher voll und wann sie leer sind." Anschließend können die Akkus nach Belieben an Steckdosen angeschlossen werden. Den besten Wirkungsgrad erreichen die Lithium-Ionen-Speicher, wenn sie nicht zur Gänze geladen werden. Eine Vollladung dauert zwei bis drei Stunden. Insgesamt können die Akkus 700 bis 1200 Mal vollgeladen werden. "Die Speicher erreichen dann noch eine Leistung von etwa 50 bis 60 Prozent", so Mayrhofer. Wer seinen Akku dann austauschen will, kann dies in Fachgeschäften tun. Die Speicher werden als Puffer bei Haus-Solaranlagen verwendet. Normale Akkus vertragen keine Extrem-Temperaturen. Daher auch in der Winterpause darauf achten, dass die Speicher nicht bei Minusgraden gelagert werden. Mayrhofers Tipp: Ein- bis zweimal im Winter ans Stromnetz hängen.

9 Fahr-Modi: E-Bikes haben zumeist drei Fahr-Modi: Eco, Normal und High. Eco unterstützt am wenigsten und hat den geringsten Stromverbrauch, High ist die höchste Stufe. Eingestellt werden die Modi bequem und einfach über Knöpfe an der Lenkstange. Die Displays selbst sind mittlerweile sehr übersichtlich. Auch darauf achten, dass Anzeigeneinheiten fix montiert sind, denn abnehmbare Teile werden oft gestohlen. Moderne E-Bikes unterstützen den Radler auch, wenn dieser sein Fahrrad schiebt.

10 Reichweite: Moderne E-Bikes fahren je nach Unterstützungsgrad zwischen 80 und 160 Kilometer, wobei auch diese Angaben nur Richtwerte sind. Bei einem Stopp lassen sich innerhalb kürzester Zeit wieder ein paar Kilometer nachtanken. Die Reichweite kann auch durch die Fahrweise erhöht werden. Eine höhere Trittfrequenzhilft jedenfalls Stromsparen, langsames Kurbeln kostet Energie.

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Artikel Carsten Hebestreit 19. April 2014 - 00:04 Uhr
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