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Wichtige Tipps für den Fahrradkauf

Mountainbike-Spezialist Wolfgang Fasching erklärt, was es beim Kauf eines neuen Mountainbikes zu beachten gilt und welche Pflege dem Bike gegönnt werden soll.

Wichtige Tipps für den Fahrradkauf

Hydraulische Scheibenbremsen sind absolut zuverlässig, beruhigt Wolfgang Fasching die Skeptiker. Sie verlangen nur etwas mehr Wartung. Bild: www.foto-kerschi.at

"Das Bike ist billig, das nehm ich!" Wer ausschließlich auf den niedrigen Preis schaut, kauft oft teuer ein. Denn auch bei Fahrrädern gilt: Das Bike muss für den Fahrer passen. Da kommt’s auf viele Details an, erklärt Mountainbike-Spezialist Wolfgang Fasching.

1 Rahmen: Meist werden drei Größen angeboten: S, M und L. Wichtig ist, dass die Proportionen stimmen. "Es bringt nichts, wenn der Rahmen zu klein ist, der Lenker dadurch viel zu nah und der Sattel extrem weit ausgefahren ist", sagt Fasching. Der Biker sitzt verkrampft auf dem Fahrrad, der Körper schmerzt schon nach wenigen Kilometern. Als Anhaltspunkt gilt: Aufsitzen, eine Pedalseite nach unten kurbeln – das Bein soll dann ausgestreckt sein.

2 Sattel: "Eher weich denn hart", rät Wolfgang Fasching. Aber auch nicht zu weich, denn dies rächt sich nach einigen Kilometern. Wichtig ist: verschiedene Sättel ausprobieren. Fachhändler sind meist kulant beim Umtausch. Wichtig: Der Sattel alleine macht’s nicht aus, so der Rad-Spezialist. Ebenso wichtig ist eine passende Radlerhose. "Die Hose darf keine Nähte haben, die scheuern können." Gespart werden solle beim Kauf nicht, eine qualitativ gute Radlerhose kostet zwischen 70 und 150 Euro. Das Wichtigste: "Eine Radlerhose fährt man immer ohne Unterhose!"

3 Bremsen: Standard sind heute hydraulische Scheibenbremsen, die mehrere Vorteile haben: Wenn’s nass ist, lässt die Bremswirkung nicht nach. Dies gilt auch bei Dauerbelastung bei trockenem Wetter. Hydraulische Bremsen lassen sich viel feiner dosieren als Seilzug-Bremsen. Ein Nachteil ist, dass die Scheibenbremsen aufwendiger zu warten sind.

4 Schaltung: Aktuelle Bike-Modelle sind mit einer 30-Gang-Schaltung ausgestattet: drei Zahnkränze vorne, zehn hinten. Die Frage ist: Brauche ich tatsächlich 30 Gänge? Zehn Zahnkränze hinten müssen schmäler gebaut sein, weil der Rahmen hinten nicht breiter geworden ist. Ebenso ist die Kette schmäler. All dies verringert das Gewicht – und die Lebensdauer. "Wer eine höhere Laufleistung will, muss zu einer dickeren Kette greifen." Wichtig: Eine Kette muss regelmäßig gewartet – sprich: geölt werden. Und: Eine Kette nicht mit einem Hochdruckreiniger abspritzen, sondern nur mit einem Fetzen abwischen! Als Standard gelten heutzutage Schaltungen von Shimano. Die Deore-Reihe sei perfekt für Einsteiger, sagt Fasching. Der Klassiker sind die XT-Module ("Die XT reicht völlig aus!"), Rennfahrer verwenden die leichtere XTR-Serie. "Das ist letztendlich aber eine Preisfrage."

5 Reifen: In Mountainbike-Kreisen dominiert derzeit die Diskussion: 26- oder 29-Zoll-Reifen? Oder doch die Größe dazwischen, nämlich 27,5 Zoll? Die riesigen 29-Zöller sind komfortabler, überwinden Hindernisse leichter und haben einen besseren Vortrieb. Die 26-Zöller wiederum gelten als wendiger. "Ich schrecke mich noch immer, wenn ich die riesigen 29-Zoll-Reifen sehe", sagt Fasching. Vermutlich wird sich als Kompromiss der 27,5-Zöller durchsetzen. Voluminösere Reifen, wie sie derzeit modern sind, sind zwar schwerer, doch können diese wegen des größeren Querschnitts mit weniger Luft gefahren werden. Was wiederum mehr Grip im Gelände und Komfort verspricht.

6 Räder: 28 Speichen pro Rad werden im Rennsektor verwendet, 36 Speichen sind inzwischen Standard. "Mehr Speichen geben auch mehr Stabilität", sagt der 46-Jährige. Speichenbrüche werden seltener.

7 Pedale: Ein Clip-System sei unerlässlich, sagt Wolfgang Fasching. Dabei werden die Schuhe fest mit den Pedalen verbunden. "Der Biker steht besser auf den Pedalen, und der Tritt ist viel runder", sagt der Oberösterreicher. Für Hobbyfahrer steht eine sinnvolle Alternative zur Auswahl: auf der einen Pedalseite das Clip-System, auf der anderen eine normale Trittfläche.

8 Service: Das Bike einmal pro Jahr von einem Experten kontrollieren und einstellen lassen, rät Wolfgang Fasching. Der Gang zum Fachhändler sei bei einem Fahrradkauf unerlässlich, sagt Wolfgang Fasching. "Denn der Fachhändler hat die entsprechenden Geräte zur Vermessung, damit die Rahmengröße etc. bestimmt werden kann." Gute Räder gibt’s schon um 1000 Euro. "Hobbyfahrer brauchen jedenfalls keine High-End-Geräte", sagt der MTB-Spezialist. Carbon-Räder sind zwar leicht, steif und trendig, doch stellt sich die Frage nach dem Sinn. "Bei einem Hobbyfahrer ist’s doch vollkommen egal, ob er in 1:05 oder in 1:08 auf den Berg gefahren ist. Da geht’s doch vielmehr darum, dass er’s hinauf geschafft hat!"

Wolfgang Fasching: Ein Leben der Extreme

Acht Mal nahm der Extremsportler Wolfgang Fasching am Race Across America (RAAM) teil, stand acht Mal auf dem Podium und gewann das Rennen drei Mal.

Der 47-Jährige bestieg die Seven Summits, die höchsten Berge auf den sieben Kontinenten. Der mehrfache Buchautor und Hubschrauber-Pilot hält heute Vorträge zum Thema „Mentale Stärke“.

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Artikel Carsten Hebestreit 21. März 2014 - 12:16 Uhr
OÖN-TV

Tipps für den Fahrradkauf: Sattel

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