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Was dürfen Lenker – und was nicht? Die fünf größten Stau-Ärgernisse

Reinzwicken, Drängeln, rechts überholen – Wenn nichts mehr geht, wird's hitzig. Wir haben die fünf größten Stau-Ärgernisse inklusive den rechtlichen Hintergründen zusammengefasst.

Was dürfen Lenker – und was nicht? Die fünf größten Stau-Ärgernisse

Spur wechseln, reinzwicken: Oft liegen die Nerven blank. Bild: VOLKER WEIHBOLD

Seit der Sperre der Eisenbahnbrücke vor fast eineinhalb Jahren steht Linz zwei Mal pro Tag still. Dann nämlich, wenn die Tausenden Pendler zur Arbeit bzw. nach Hause fahren. Trotz der Mega-Staus verzichtet nur ein Bruchteil auf zweispurige Fahrzeuge. Dafür wird gedrängelt, reingezwickt und rechts überholt. Bei den Methoden sind Autofahrer nicht zimperlich. Es gilt offenbar das Gesetz des Stärkeren, des Schwereren. 

 

1 Reinzwicken: Die wohl beliebteste Methode, um ein paar Autolängen gutzumachen. Wie beispielsweise auf der Linzer Hafenstraße in die Linksabbiegespur auf die A7 Richtung Freistadt. Dort ließen die Verantwortlichen inzwischen eine Sperrlinie aufmalen – ohne großen Erfolg. Hunderte ordnen sich ein, Dutzende preschen rechts nach vorne und zwicken sich rein. Unerlaubt. Das Überfahren der Sperrlinie (§ 9 Abs 1 StVO) kostet zwischen 35 und 80 Euro Strafe.

Gut funktioniert hingegen das Reißverschlusssystem ein paar Meter weiter auf dem Zubringer der Autobahnbrücke. Dort verzichten Autofahrer auf Rangeleien. "Gegenseitige Rücksichtnahme ist wichtig – und die Gefahr eines Unfalles steht in keinerlei Verhältnis zu einem nicht nennenswerten Zeitvorsprung", sagt die ÖAMTC-Juristin Corinna Hotz.

 

2 Kreuzung blockieren: Noch schnell bei Dunkelorange in eine Kreuzung einfahren, ist inzwischen sehr beliebt. Wie auf der Kreuzung Hauptstraße/Ferihumerstraße. Jene, die von der Nibelungenbrücke in die Rudolfstraße einbiegen möchten, versperren regelmäßig den Lenkern aus der Ferihumerstraße den Weg. Und umgekehrt. "Stehe ich im Stau und blockiere eine Straße, so drohen Strafen bis zu 726 Euro. Üblicherweise liegen die Strafen bei rund 50 Euro", sagt Corinna Hotz (§ 18 Abs 3 StVO).

 

3 Ständiger Spurwechsel: Nicht nur auf der Autobahn, wenn die Rettungsgasse gebildet wurde, ein beliebter Sport: das ständige Wechseln der Spur. "Sobald die Verkehrsdichte zunimmt, glauben viele Autofahrer, dass sie schneller ans Ziel kommen, wenn sie durch ständige Spurwechsel die vermeintlich vorhandenen Lücken zwischen den Fahrzeugen ausnutzen." Ein Trugschluss, wie ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger erklärt: "Risiko und Nervenbelastung sind in der Regel höher als ein möglicher Zeitgewinn. Unterm Strich kommt man kaum schneller voran, wenn man versucht, sich durch Spurwechsel nach vorne zu arbeiten. Im Gegenzug steigt durch ein solches Verhalten die Unfallgefahr."

 

4 Motorradfahrer in der Rettungsgasse: Vorbeifahrende bzw. überholende Motorradfahrer bringen Autofahrer zur Weißglut. Vor allem, wenn die Einspurigen in einer Rettungsgasse unterwegs sind. Doch auch in diesem Fall gilt der § 46 Abs 6 StVO. Fazit: Auch Motorradfahrer müssen sich in einer Rettungsgasse einordnen, ansonsten drohen Strafen bis zu 726 Euro. Die Mindeststrafe liegt bei 72 Euro.

 

5 Rechts überholen: An einer "eng geschlossenen Fahrzeugreihe" vorbeizufahren, ist kein Überholen und wird daher nicht geahndet. Aber auch hier gilt: Rücksicht nehmen!

 

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Neue Rotlicht-Blitzer für Linz

"Das Rotlicht bei einer Ampel wird immer weniger beachtet", sagt Heinz Felbermayr, Leiter der Verkehrsabteilung des Stadtpolizeikommandos Linz. Die Unfallgefahr steige durch die Rotlichtsünder extrem an. Deshalb reagieren die ÖBB und die Stadt Linz nun. Neue Rotlichtüberwachungskameras sollen installiert werden. Fix sind laut Felbermayr die beiden Kameras der ÖBB, die noch heuer an den Bahnübergängen Rudolfstraße und Hafnerstraße montiert werden. "Die Züge mussten an diesen Kreuzungen schon öfters eine Notbremsung hinlegen. Darum handeln die ÖBB jetzt", sagt der Linzer Kommandant.

Die Stadt Linz überlegt, zwei, drei Kreuzungen zu überwachen. "Ein Ort wäre die Kreuzung Donaulände/Gruberstraße", sagt Felbermayr. Wird das Geld freigegeben, würden die Systeme noch heuer installiert.

Seit einigen Wochen ist die Linksabbiegespur auf die A7 Richtung Freistadt in der Hafenstraße mit einer Sperrlinie versehen. Trotzdem zwicken sich immer wieder Autofahrer von rechts in die Kolonne. "Da sind Anzeigen unterwegs", sagt Felbermayr. "Leider können wir dort die Lenker aus Platzmangel nicht anhalten."

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Artikel Carsten Hebestreit 01. Juli 2017 - 06:32 Uhr
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