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Roller für das Grobe mit superfeiner Straßenlage

Hondas Crossover-Bike X-ADV versucht, die Vorteile von Motorrad und Roller zu vereinen. Gelingt ihm das?

Roller für das Grobe mit superfeiner Straßenlage

Das in Rom entstandene Design von Hondas experimentellem Gefährt lehnt sich an SUV- und Enduro-Linien an. Bild: Werk

Zugegeben: Skepsis war der Ersteindruck beim Kennenlernen. Was will dieses Gefährt sein? Roller mit Offroad-Attitüde, Motorrad mit Helmfach? Beides? Aber alles Kategorisieren ist müßig, wenn die Erfahrung fehlt. Also rauf auf den Bock.

Erster Pluspunkt ist die Keyless-go-Funktion. Aufsitzen, einschalten, Fahrmodus wählen, losfahren. Ohne Kupplung, die Gänge sortiert jenes Doppelkupplungsgetriebe, das auch in der Africa Twin großartig arbeitet. Der Fahrmodus D führt uns spritsparend, weil niedertourig aus der Stadt hinaus. Hinter dem Ortsendeschild wählen wir S wie Sport. Drei Stufen stehen zur Verfügung, wir wählen die höchste, weil Bummeln nur etwas für einen Zug ist. Dennoch genehmigte sich das Bike nicht mehr als 4,5 Liter pro 100 km (Reichweite 300 km).

Der 750-ccm-Paralleltwin lässt in Sachen Vortrieb keine Schwäche erkennen. Gurgelnd dreht er hoch und ermöglicht auch mit Sozius einen engagierten Vortrag.

Das Fahrwerk agiert auf professionellstem Motorradniveau. Nichts kippelt, die Fuhre zieht unbeirrbar auch durch schnelle Radien, und die Bremserei mit dem gut eingelagerten ABS verräumt jedweden Geschwindigkeitsüberfluss flugs in die Beläge.

Mit den zu Vespa und Co. vergleichsweise großen Reifen und deren Grobprofil lassen sich Ausflüge ins milde Gelände meistern. Ein Offroad-Fahrzeug ist der X-ADV jedoch nicht, auch wenn das die Handprotektoren suggerieren.

Was denn nun?

Zurück zur Anfangsfrage "Roller oder Motorrad?". Honda geht da pragmatisch vor, bewirbt das Fahrzeug im rolleraffinen Italien als solchen, im Norden jedoch als Crossover. Aus der Fahrpraxis lässt sich sagen: Aufsteigen wie auf ein Motorrad, sitzen wie auf einem Roller. Stauraum wie bei einem Roller, Fahrdynamik wie ein Motorrad. Sitzkomfort wie auf einem Roller, Windschutz wie auf Motorrad und Roller zusammen. Was der X-ATV ganz sicher ist: ein Funbike, das einem auch auf längeren Strecken nicht die Laune verdirbt.

Die Frage nach der Einordnung ließen wir schließlich von der Mopedgemeinde beantworten. Wird man von den großen Motorradbuben gegrüßt? Nein. Aber das kann – und sollte – sich ändern.

 

Technische Daten

Motor/Kraftübertragung: Flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Paralleltwin, 745 ccm, 40 kW/55 PS Spitzenleistung, max. Drehmoment 68 Nm, Einspritzung, 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, Kette.
Fahrwerk: Stahlrohr-Brückenrahmen, 41er-USD-Gabel, Alu-Zweiarmschwinge, Zentralfederbein, beides verstellbar, Reifen vorne 120/10-12, hinten 160/60-15, Bremse vorne 296er-Doppelscheibe mit Viererkolben, hinten 240er-Soloscheibe, Feststellbremse, ABS
Sonstiges: Sitzhöhe 82 cm, Leergewicht 238 kg
Preis: 12.290 Euro

 

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Artikel Klaus Buttinger 22. August 2017 - 00:04 Uhr
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