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Moped-Führerschein: Zank um Ausbildung und Prüfung

Fahrschulen bemängeln lasche Tests und zu wenig Praxisfahrten.

Moped-Führerschein: Zank um Ausbildung und Prüfung

Ausbildung im Mittelpunkt Bild: privat

Ein Faktum ist unumstritten: Zu viele Mopedfahrer verunglücken auf Österreichs Straßen. Im Vorjahr wies die Statistik 3972 Verletzte und sieben Tote bei Unfällen mit Mopeds aus. Das Minus gegenüber 2015 fiel mit 228 vergleichsweise hoch aus, doch ist die absolute Zahl noch immer überhöht.

Wo den Hebel ansetzen, um die Zahl der Verletzten zu senken? Auch hier sind sich das Verkehrsministerium, das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), der ÖAMTC sowie die Fahrschulen einig: Die Ausbildung sowie die Mopedführerschein-Prüfung müssen gestrafft werden. Eine entsprechende Novelle der Führerscheingesetz-Durchführungsverordnung liegt vor.

Die wichtigste Änderung betrifft die Prüfung: Die Anwärter müssen nicht mehr Kreuzerl auf einem Papier machen, sondern es wird – so wie beim A- und B-Führerschein – einen Test am Computer geben. Diese Maßnahme reiche nicht aus, sagen die Fahrschulbesitzer Christoph Doppler (Linz) und Norbert Hausherr (Gmunden). Die Prüfungen müssten von einem behördlichen Aufsichtsorgan überwacht werden, um Schummeleien zu unterbinden, sagen Doppler und Hausherr.

Derzeit bieten nicht nur Fahrschulen derlei Kurse samt Prüfungen an, sondern auch der ÖAMTC. "Der Aufwand mit behördlichen Prüfern wäre schlicht zu hoch", begründet Elisabeth Mitterhuber, Sprecherin von Verkehrsminister Jörg Leichfried. Pro Jahr treten 40.000 Burschen und Mädchen zur Prüfung an, etwa 2000 davon beim ÖAMTC.

Daneben wäre sinnvoll, von den acht Praxisstunden nicht nur zwei, sondern vier im fließenden Verkehr zu absolvieren, sagen die Fahrschulbesitzer. "Aber offensichtlich müssen die ÖAMTC-Fahrtechnik-Zentren ausgelastet werden", sagen Doppler und Hausherr unisono.

Konter des ÖAMTC

Eine Aussage, die bei Gerhard Blümel vom ÖAMTC auf keinen fruchtbaren Boden fällt. "Wir üben in gesicherten Räumen zum Beispiel über die Schulter schauen, Handzeichen geben etc., bis alles sitzt. Erst dann fahren wir in den öffentlichen Verkehr", sagt der Leiter der Abteilung "Schulung". "Das dauert eben." Abgesehen davon würden nur noch in Teesdorf, Marchtrenk und Kärnten die Fahrtechnikzentren für die Mopedführerscheinausbildung genutzt.

Wann die Novelle im Parlament behandelt wird, lässt sich angesichts der labilen politischen Lage nicht beantworten, so die Leichtfried-Sprecherin.

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Artikel Carsten Hebestreit 14. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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