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Jaguar I-Pace: Der Tesla-Jäger

Der I-Pace von Jaguar schleicht lautlos 480 Kilometer weit; der durchtrainierte wie edle Sportler mag aber auch Einsätze im Gelände recht gerne - ab 78.500 Euro.

Der Tesla-Jäger

In 4,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100: Das ist die sportliche Seite des I-Pace. Fürs Gelände lässt sich der Jaguar um fünf Zentimeter anheben. Bild: Jaguar

Die Idee klang verwegen: Ein Elektroauto von Jaguar! "Viele haben mich damals, 2014, für verrückt erklärt, aber ich hab’s firmenintern durchgebracht", erinnert sich Wolfgang Ziebart. Der Deutsche im Dienst der Briten machte es zu seinem Projekt. Der Name: I-Pace. Vom leeren Blatt Papier bis zum serienreifen Elektroauto zogen vier Jahre ins Land. "Das ist geradezu nix", sagt Ziebart. Oder, andersherum: Ein Wimpernschlag in der Automobilentwicklung.

Selbstbewusstes Auftreten

Dieser Tage lud Jaguar zu ersten Testfahrten. Die "First Edition" (ab 100.000 Euro) parkte selbstbewußt auf riesigen 22-Zöllern, vorne der jaguartypische Kühlergrill mit verschmitzten Scheinwerfer-Augen, die untere Hälfte optisch dominant wie ein edler Geländewagen, der Dachaufbau rassig schmal wie ein Coupé. Zum Zungeschnalzen, der I-Pace!

Für den Innenausbau griffen die Briten ins bewährte E-/F-Pace-Regal: Der 10-Zoll-Touchscreen als Steuerzentrale für Navi, Radio, Medien etc., darunter die Klima-Steuerung mit zwei großen Drehreglern. Und sonst? Dicke Ziernähte, edles Leder und sechs USB-Schnittstellen. Via 4G-Netz können bis zu acht Geräte ins Internet einsteigen (WLAN), Smartphones kommunizieren mittels Bluetooth mit dem Infotainmentsystem. Watscheneinfach!

Starker 90-kWh-Akku

Der 90-kWh-Akku liefert Energie für 480 Kilometer. Und dies nach neuer WLTP-Norm. Auf den ersten OÖN-Testkilometern liefen die Anzeigen – Reichweite und Kilometerzähler – nahezu im Gleichtakt hinauf bzw. hinunter. Böse Überraschungen? Auf einer Route zeigt das Navi an Wegpunkten den zu erwartenden Ladestand an. Das beruhigt.

Wie stark rekuperiert wird, entscheidet der Fahrer : Mit 0,2 oder 0,4g Verzögerung. Im zweiten Fall kann bei vorausschauendem Fahren völlig auf die Bremse verzichtet werden.

Apropos Rekuperieren: Ein Wärmetauscher reguliert die Temperaturen im Akku, im Fahrzeuginneren und der Steuereinheit. "Die Wärme bzw. Kälte kann zwischen den drei Einheiten hin- und hergeleitet werden", so Ziebart. "Das spart viel Energie." Jaguar spricht von 50 Kilometern mehr Reichweite.

Die Radaufhängungen stammen aus dem F-Pace, die beiden E-Motoren vorne wie hinten sind neue Eigenentwicklungen. "Die Antriebswelle geht direkt durch die Motoren hindurch", so Ziebart. Kein Getriebe, keine Umlenkrollen – die Kraft wird direkt an die Räder geschickt. Knapp 150 Kilowatt leisten die Aggregate, zusammen 294 Kilowatt bzw. 696 Newtonmeter. Wobei die E-Motoren unabhängig voneinander arbeiten und mit einer eigenen Steuerung (Intelligent Driveline Dynamic) koordiniert werden. Der Schub schon aus dem Stand ist atemberaubend, nach 4,8 Sekunden ist die 100-km/h-Marke geknackt. Durchdrehende Räder? Die Software bändigt den Jaguar auf Asphalt und im Gelände.

Ein Klettermax, der Jaguar

Eindrucksvoll kletterte der I-Pace bei der Fahrpräsentation eine unwegsame wie steile Schotterstraße hinauf – als hätten die Räder Krallen für den sicheren Tritt. Anschließend auf der kurvenreichen Rennstrecke wiederum hielt der Brite auch dank des extrem niedrigen Schwerpunktes beharrlich die Spur. Den direkten Vergleich mit den Pace-Brüdern entschied der Youngster in den Disziplinen Beschleunigung aus dem Stand bzw. Herausbeschleunigen aus Kurven für sich. Und die Lenkung ist extrem direkt.

Der I-Pace, der bei Magna in Graz gefertigt wird und als erster Tesla-Jäger gilt, steht ab 2. Juli in österreichischen Schauräumen. Für den heimischen Markt sind heuer 60 Stück reserviert, im nächsten Jahr liegt die Quote bei 230 Einheiten. Das Gros der Produktion wird an die großen E-Märkte wie China, USA, Norwegen und Niederlande geliefert. Einstiegspreis: 78.500 Euro bzw. 100.000 Euro für die First Edition.

Jaguar I-Pace - der Akku

Zwölf Akku-Zellen werden zu einem Modul zusammengefasst, der Akkupack besteht insgesamt aus 36 Modulen. Die Zellen liefert LG, die Akkukonstruktion selbst ist eine Eigenentwicklung von Jaguar.

Die Kapazität geben die Briten mit 90 Kilowattstunden (kWh) an, die gesamte Einheit wiegt inklusive Rahmen 605 Kilogramm. Die Betriebstemperatur pendelt zwischen 15 und 30 Grad Celsius, je nach Umgebungstemperatur. Der Energiespeicher wird bei Bedarf beheizt bzw. gekühlt.

Bis zu 110 Kilowatt kann der Akku über den CCS-Stecker (Combined Charging System) laden, bei 100 kW (Gleichstrom) ist der Speicher nach 40 Minuten zu 80 Prozent voll, an einer 50-kW-Station nach 85 Minuten.

An einer 7-kW-Wechselstromsäule sind nach zehn Stunden 80 Prozent geladen, nach 12:36 Stunden 100 Prozent. Jaguar gewährt auf den Akku acht Jahre bzw. 160.000 Kilometer Garantie.

Jaguar I-Pace-Bildband zu gewinnen!

Wenn Jaguar zu Fahrpräsentationen einlädt, dann warten die Briten üblicherweise mit streckentechnischen Besonderheiten auf. Im Fall des I-Pace leitete Jaguar den Test-Konvoi nicht nur ins staubige Gelände im Süden Portugals, sondern auch auf die Rennstrecke von Portimao. Das Giveaway dieser Veranstaltung, einen dicken Bildband über den I-Pace, verlosen wir hier:

 

Jaguar I-Pace-Bildband zu gewinnen


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Artikel Carsten Hebestreit 09. Juni 2018 - 00:04 Uhr
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