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Eine Aufgabe für den Taschenrechner

Die Verschrottungs-, Öko- und Umweltprämien sind völlig unübersichtlich.

Eine Aufgabe für den Taschenrechner

Wieviel Geld gibt’s für ein Altfahrzeug? Eine knifflige Frage. Bild: OÖN

Die Städte sauberer machen, möglichst von Stickoxiden und Feinstaub befreien – das ist das hehre Ziel. Nach der Diesel-Affäre meinen aber viele Skeptiker, dass die Autoindustrie nicht wirklich zum Erreichen einer verbesserten Luftgüte beitragen möchte und bei (teuren) Umwelt-Maßnahmen auf der Bremse steht. Die Hersteller wiederum beteuern, selbstverständlich das Machbare umzusetzen. Ihnen erscheinen allerdings etliche geforderte Maßnahmen von Umweltschützern überzogen bzw. nicht zielführend zu sein.

Diesel-Gipfel als Auslöser

Die meisten österreichischen Autoimporteure nahmen die neuen Abgasnormen Euro 6c und Euro 6d-TEMP, die seit 1. September gelten, sowie den Dieselgipfel am 22. August bei Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) zum Anlass, um eine Aktion zu starten: Damit alte Autos mit schlechten Abgaswerten aus dem Verkehr verschwinden, werden Umwelt-, Öko- und Verschrottungsprämien angeboten. Nur: Bringen diese Zuschüsse tatsächlich dem Kunden einen Vorteil? Sind die finanziellen Zuckerl ein Anreiz, um auf ein Auto mit den neuesten Abgasnormen umzusteigen? Wir haben bei sämtlichen Anbietern nachgefragt und die Angebote analysiert. Kurzum: Die Prämien samt den verknüpften Bedingungen sind teils derart unübersichtlich, dass ein Vergleich sehr schwerfällt. Interessenten kommen nicht umhin, vor dem Kauf zu vergleichen und penibel genau zu rechnen.

Der Teufel steckt schon in der Bezeichnung der Prämie selbst: Eine Verschrottungsprämie bedingt die Vernichtung des alten Fahrzeugs. Wer übernimmt die Kosten für die Entsorgung: der Händler oder der alte Besitzer)? Zudem: Bei den Volkswagen-Marken (VW, Seat, Skoda, Audi) wird beispielsweise eine vergleichsweise hohe Prämie bezahlt, allerdings ist dort der Wert des Eintauschwagens inbegriffen. Andere Anbieter packen die Prämie auf den Wert des Altfahrzeugs drauf (z. B. Mercedes, BMW).

Prämie oder Prozente?

Auch ein Knackpunkt: Viele Hersteller bieten eine attraktive Prämie, dafür müssen die Käufer auf die üblichen Prozente Rabatt verzichten. Viele Importeure schieben das Thema Richtung Händler ab: Der Händler dürfe einen Nachlass gewähren. Allerdings rangiert dieser durchwegs im sehr niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Wer den Taschenrechner zückt, kommt vermutlich zu dem Ergebnis: Nur wenige Angebote sind tatsächlich attraktiv, etliche Marken mussten auf den Zug "Öko-Prämien" aufspringen und benannten kurzerhand die ohnehin gewährte Eintauschprämie um. Eine Mogel-Packung also? Der Taschenrechner gibt die Antwort.

 

Ökoprämien-Übersicht (PDF):



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Artikel Carsten Hebestreit 09. September 2017 - 00:04 Uhr
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