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Der Stadtfloh meidet Zapfsäulen

Der neue e-Smart schafft 160 Kilometer und düst seinem Benzinbruder davon.

Der Stadtfloh meidet Zapfsäulen

In den USA, Kanada und Norwegen bietet Smart nur noch die E-Version des Kleinen an. Bild: Smart

Smart macht nun Ernst. Weil immer mehr Städte – Paris, London, Madrid, Rom und zuletzt auch Stuttgart – Verbrenner rausschmeißen, fahren Nicolas Hayeks Erben auf die Stromschiene ab. In den USA, Kanada und Norwegen nehmen die Stuttgarter gar die Benzin-Modelle vom Markt und bieten nur noch den e-Smart an. Punkt.

81 PS leistet der E-Motor, der im Renault-Werk Cléon fabriziert wird. Den 160 Kilogramm schweren Akku wiederum produziert eine Mercedes-Tochter. In den 96 Zellen von LG lassen sich 17,6 Kilowattstunden (kWh) Strom speichern. Das reicht für 160 Kilometer (ForFour 155 Kilometer; NEFZ). Sagt zumindest Smart. Auf den ersten OÖN-Kilometern verbrauchte der Stadtfloh 15,0 kWh pro 100 Kilometer. Das liegt über der Werksangabe. Aber auch das Verbrenner-Modell ist bekanntlich kein Kostverächter. Da gleichen sich Stromer und Benziner offensichtlich.

Größerer Spaßfaktor

Dafür braust der e-Smart seinem Benzinbruder beim Beschleunigungsvergleich davon. Den Sprint aus dem Stand auf 60 km/h erledigt das Elektromodell unter fünf Sekunden, bis 100 km/h dauert’s 11,5 Sekunden, bei 130 km/h ist Schluss. Kurzum: Im Stadtgewusel bietet der e-Smart den größeren Spaßfaktor. Wobei die neue Generation durch den genialen Wendekreis von 6,85 Metern, durch die zehn Zentimeter größere Breite und durch die deutlich bessere Straßenlage (kein Hoppeln mehr) ohnehin schon mehr Lust aufs Herumdüsen macht.

Schnelllader serienmäßig

Weil Österreichs Stromproduzenten wie in der Schweiz pro Phase nur 16 Ampere zur Verfügung stellen, im restlichen Europa aber 20 Ampere üblich sind, wird der e-Smart in diesen beiden Ländern serienmäßig mit dem Schnellladesystem ausgestattet. Im restlichen Europa wird das 22-kW-System nur gegen Aufpreis angeboten, Serie ist dort die 4,6-kW-Ladeleistung. Mit dem Schnelllader kann der e-Smart an der Wallbox in 45 Minuten zu 80 Prozent bzw. in 60 Minuten zu 100 Prozent aufgeladen werden. An der Haushaltssteckdose dauert der Ladevorgang 6,5 bis acht Stunden. Im Eco-Modus rekuperiert das E-System beim Gaswegnehmen Strom, die Verzögerung gibt Smart mit 0,9 Meter pro Sekunde an. Dieser Wert ist vergleichsweise gering. Eine Auswahlmöglichkeit, wie stark das Fahrzeug bremst/rekuperiert, wenn der Fahrer vom Gaspedal geht, fehlt.

Akku: Acht Jahre Garantie

Wann der e-Smart nach Österreich kommt, steht ebenso noch nicht fest wie der Preis. In Deutschland startet der Strom-ForTwo im Frühjahr ab 21.940 Euro (ForFour: 22.600 Euro). Weil hierzulande die NoVA entfällt, darf für den e-Smart mit ähnlichen Ab-Preisen gerechnet werden. Auf den Akku, der ausschließlich gekauft werden kann, gewährt Smart acht Jahre bzw. 100.000 Kilometer Garantie.

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Artikel Carsten Hebestreit 20. März 2017 - 00:04 Uhr
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