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Elektroautos werden immer beliebter. Bild: Weihbold

Wie Strom ins Auto kommt

Durch die verschiedenen Stecker fließt unterschiedlich viel Strom Wir erklären im ersten Teil unserer Serie, welcher Stecker wie aufgebaut ist.

Von Carsten Hebestreit, 24. September 2017 - 00:04 Uhr

Am Anfang war das Chaos. Haushaltsstecker, CHAdeMO, CEE5, CEE3, Typ2 – Hersteller von E-Autos konnten sich noch vor vier, fünf Jahren nicht auf einen Standard einigen. Japanische Autobauer forcierten den 2010 eingeführten Typ CHAdeMO. Der Name leitet sich vom japanischen Satz "Ocha demo ikaga desuka" ab, was so viel heißt wie "Wie wär’s mit einer Tasse Tee?". Der Vorteil ist offensichtlich: Mittels Gleichstrom lässt sich viel Strom laden – 50 Kilowatt sind der Standard. Neben Nissan, Mitsubishi, Toyota und Subaru war auch Renault mit an Bord.

Einigung auf Typ2

Deutschland (VW, BMW, Mercedes mit Unterstützung von General Motors und Ford) wiederum konnte sich nicht mit dem Steckersystem anfreunden und einigte sich auf den Typ2. Durch seine Abflachung oben ist dieses System gegen "Verpolung" geschützt, der Stecker eignet sich für ein Leistungsband von 3,7 bis 43,5 Kilowatt. Wobei nicht immer alle Kontakte genutzt werden.

Ein- oder dreiphasiger Wechselstrom kann durch diesen Stecker fließen. Ist nur ein Kontakt aktiv (einphasig), kann maximal mit 3,7 kW geladen werden (16 Ampere). Steht eine 32-Ampere-Verbindung zur Verfügung, beträgt die Leistung 7,4 Kilowatt. "Diese Ladeart ist aber eigentlich verboten", sagt Gerald Mayrhofer von LinzStrom. "Denn dadurch kann eine Netzschieflage entstehen, weil die Phasen zwei und drei nicht benützt werden." Diese Netzschwankungen können andere, sensible Elektro-Geräte wie Computer und Fernseher in ihrem Betrieb stören.

Viele Plug-in-Modelle verwenden einphasigen Wechselstrom, weil der Strombedarf gering ist und lange Ladezeiten akzeptiert werden. Aber auch reine E-Autos wie der BMW i3 nutzen diese Ladeart. "Ein weiterer Vorteil ist, dass die Autos nur einen Gleichrichter benötigen", sagt Mayerhofer. Beim dreiphasigen System müssen sich hingegen drei Gleichrichter um die Umwandlung von Wechsel- in Gleichstrom kümmern. Und das kostet nicht nur Geld, sondern auch Gewicht.

Typ2 mit Gleichstrom-Teil

Um diese kostspielige Wechselstrom-Lösung zu umfahren, fügten VW und die anderen Hersteller an den Typ2 noch einen Gleichstrom-Teil an und nennen diese Steckerart Combo bzw. CCS (Combined Charging System). Im Vorjahr erhob das deutsche Ministerium für Wirtschaft und Energie CCS zum Standard.

Model S, Model X sowie Model 3 von Tesla wiederum nutzen den konzerneigenen Supercharger. Während VW e-Golf, Nissan Leaf und andere E-Modelle mit maximal 50 Kilowatt geladen werden können, fließen durch den aktuellen Supercharger 130 Kilowatt.

Ständiger Datenaustausch

Wichtig ist aber nicht nur die Stromversorgung, sondern auch die Kommunikation zwischen Auto und Ladestation. Da werden ständig Daten über Ladeleistung, Füllstand etc. ausgetauscht.

In jüngster Zeit liefen in Deutschland Versuche mit 150- bzw. 350-Kilowatt-Ladeleistung. "Dabei müssen die Kabel gekühlt werden", sagt Mayrhofer. Derzeit fehlt in Österreich noch die Genehmigung für derartige Ladestationen. "Das Okay dürfte aber demnächst kommen."

 

So kommt der Strom ins Auto (PDF):



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Kommentare

„vor langer Zeit hatte ich schon geschrieben dass sich die Verantwortlichen dazu bemühen sollten ...“ pepone vor langer Zeit hatte ich schon geschrie...
„@pepone: Im Prinzip hast Du recht, es sollte keinen Steckerwildwuchs geben, aber am Anfang einer ...“ haspe1 @pepone: Im Prinzip hast Du recht, es so...
„diesel, Super , Super100 , extrateurerDiesel“ Zonne1 diesel, Super , Super100 , extrateurerDi...

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