E-Mobilität

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Ein sehr sanfter Stromstoß

Volvo-CEO Hakan Samuelsson Bild: Reuters

Ein sehr sanfter Stromstoß

Volvo verkündete unter großem Applaus, ab 2019 nur noch E-Autos anzubieten Im weltweiten Jubel ging allerdings sehr viel Kleingedrucktes unter.

Von Carsten Hebestreit, 09. Juli 2017 - 00:04 Uhr

Diese Nachricht wirkte weltweit wie ein Starkstromstoß: Volvo verkauft ab 2019 nur noch E-Autos. Also solche Fahrzeuge, die ausschließlich mit Strom angetrieben werden. Elektrisiert hat diese Meldung, die Volvo-CEO Hakan Samuelsson Mittwoch per Livestream verkündete, die Autowelt. Die ganze Autowelt? Nein. Denn neben der einfachen Schlagzeile, auf die die Ankündigung aus Göteborg reduziert wurde, lieferten die Schweden auch noch Kleingedrucktes, das die Benzin- und Dieselbrüder dieser Welt beruhigte: Elektro kommt, aber die Kraftstoff-Fraktion bleibt im Sortiment.

Ab 2019 werden für alle neuen Volvo-Modelle drei Varianten angeboten: Mild Hybrid, Plug in-Hybrid und reiner Elektro-Betrieb. Wobei in den Hybrid-Volvos weiterhin Benzin- und Dieselmotoren die Hauptarbeit verrichten werden. Kurzum: Die aktuellen Modellreihen werden ihren fünf- bis siebenjährigen Lebenszyklus bis zum Ende ausleben.

"Wir haben unsere Palette zeitgerecht erneuert", sagt ein Volvo-Sprecher zu den OÖN. Das "älteste" Modell ist der Mega-SUV XC90, der 2015 auf den Markt rollte. Sprich: Sein Ende würde 2022 anstehen. Und die anderen Modelle? Heuer folgt noch die Einführung des neuen XC60, mit Jahresende der XC40, nächstes Jahr der S60 und der V60. Diese neuen Volvos werden auch noch weit nach 2019 Benzin und Diesel verheizen.

Und doch ist das Jahr 2019 markant für Volvo. Fünf reine E-Modelle sollen in den drei Jahren bis spätestens 2021 die Schauräume der Welt füllen. Drei mit einem Volvo-Emblem, zwei liefert der Haus-und-Hof-Tuner der Schweden, Polestar.

Welche Elektro-Varianten kommen, verhüllen die Skandinavier wie ein neues Modell vor der Präsentation. Vermutet wird aber, dass wohl der kleinste Schwede den Anfang machen wird: der XC40. Sein Vorteil: Der Wagen ist vergleichsweise leicht, ein Umstand, der eine höhere Reichweite quasi garantiert. Und Reichweite ist in der E-Mobilität die harte Währung.

Warum macht Volvo diesen auf den ersten Blick spektakulären Schritt? Da steckt auch der chinesische Eigner, Geely, dahinter. In dem fernen Land setzte Volvo im Vorjahr 80.000 Fahrzeuge ab (17 Prozent des weltweiten Verkaufs). Tendenz: stark steigend. China forciert massiv die E-Mobilität, mit Benzin und Diesel im Tank droht Autofahrern der Stillstand. Zumindest dort, wo die Luftverschmutzung teils lebensbedrohlich ist: in den gigantischen Stadtzentren.

In Europa droht ebenfalls Ungemach. Spätestens 2021 nämlich, wenn die Flottenemissionen in der EU unter 95 Gramm CO2 pro Kilometer liegen müssen. Nicht nur Premium-Hersteller wie Volvo kommen ohne einen beträchtlichen Anteil an verkauften E-Mobilen ins Straucheln. CO2-Sünder müssen zahlen. Und zwar viel, richtig viel. Daher verwundert die elektrisierende Ankündigung der Schweden keineswegs. Zumal den Wikingern kurze Zeit weltweit die Schlagzeilen gehörten. E-Mobilität? Das klingt positiv, ist gut fürs Image. Eine Marketing-Coup, keine Frage.

Andere Automobil-Hersteller werden ein ähnliches Modellprogramm fahren wie Volvo. Benziner und Diesel bleiben in den Prospekten, Hybrid- und E-Antriebe reichern das Angebot an. Einen Umstieg komplett auf E-Antrieb könnte sich Volvo nicht leisten. Die Schweden sind unter anderem durch ihre Diesel-Motoren groß geworden. Das vergessen Kunden nicht.

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