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Skoda Karoq Ambition: Der Krabbelstube entwachsen

Der Yeti-Nachfolger Skoda Karoq ist mit 4,38 Metern Länge kein kleiner SUV mehr.

Der Krabbelstube entwachsen

Dank der VarioFlex-Einzelsitze hinten lässt sich der Innenraum variabel gestalten. Bis zu 1810 Liter Ladung können transportiert werden. Bild: Skoda

Lang hat’s gedauert, jetzt geht’s Schlag auf Schlag. Die VW-Konzern-Marken Skoda und Seat ließen sich in Sachen SUV viel Zeit, dann zündeten die Tschechen und Spanier doch ein Feuerwerk. Da der Kodiaq und dann der Karoq, dort der Ateca und dann der Arona. In der Pipeline warten weitere SUV-Modelle. Der SUV-Boom darf getrost wachsen. Wir testeten den Skoda Karoq mit dem 115-PS-Dreizylinder.

Design: Mit 4,38 Metern Länge ist der Karoq kein Kleiner mehr – wie auch der Bruder Seat Ateca, der fast baugleich ist und vom selben Band läuft wie der kompakte Tscheche. Designmäßig unterscheidet sich die aktuelle Version doch drastisch vom Vorgänger, vom Yeti. Keine markante Seitenansicht mehr, dafür klassische SUV-Proportionen. Und knackige Kanten. Der Skoda-Frontgrill stammt unverkennbar aus Mlada Boleslav, die Scheinwerfer daneben erscheinen recht schmal. Der Karoq trifft den Geschmack der Masse, keine Frage.

Innenraum: Wie der spanische Bruder zielt der Karoq auch auf junge Kunden ab. Viel Konnektivität, ein großer Touchscreen (9,2 Zoll) und ein virtuelles Cockpit, das vier Ansichten zur Auswahl stellt. Das bringt einen Hauch Individualität in den Innenraum. Wer mag, darf mit den Händen fuchteln: Skoda bietet die Gestensteuerung an. Spielerei oder sinnvolle Erfindung: Diese Entscheidung darf getrost jeder selbst treffen. Schalter und Knöpfe reagieren schneller und präziser, so unsere Erfahrung.

Der Krabbelstube entwachsen

Die Menüführung zeigte sich VW-typisch durchdacht, die Auswahl an POIs ("Points of Interest") ist mit den Kategorien Tankstellen, Parken und Restaurant ausbaufähig. Aushelfen kann das eigene Smartphone (Apple CarPlay, Android Auto).

Skoda-typisch gönnt der Karoq seinen Passagieren und der Ladung extrem viel Raum. Die drei längs verstellbaren Einzelsitze ("VarioFlex") hinten können ausgebaut werden. Statt 521 Liter Kofferraumvolumen – um 100 Liter mehr als beim Yeti – steht dann 1810 Liter Laderaum zur Verfügung. Ab zu Ikea – zumal auch der Beifahrersitz umgeklappt werden kann. Dann klappt’s auch mit den langen Pax-Packungen.

Ein Muss auf der Plus-Seite sind logischerweise die vielen kleinen Extras namens "Simply Clever", die Skoda serienmäßig anbietet: vom Eiskratzer im Tankdeckel bis zur Regenschirmhalterung.

Fahrwerk: Skoda macht die Grätsche zwischen sportlich hart und komfortabel weich. Der Mix ist gelungen, und die Abrollgeräusche werden gut gedämmt.

Motor: Der Dreizylinder in der stärkeren Version (115 PS) aus dem VW-Regal heimste in OÖN-Tests schon reichlich Lob ein. Mit den mehr als 1,4 Tonnen des Karoq müht sich der Turbo aber doch recht deutlich. Da muss öfters ein niedrigerer Gang eingelegt werden. Bergauf beschleunigen gerät zur Herausforderung, der Verbrauch schnellt gleichzeitig in die Höhe. Der 1,5-TSI mit 110 PS wäre wohl die bessere Benzin-Alternative.

Fazit: Extrem viel Raum, Top-Technik aus dem VW-Regal, ein absolut fairer Preis: Skoda spielt beim Karoq alle Trümpfe aus. Das müssen die Tschechen auch, denn nicht nur mit dem Konzernbruder Seat Ateca steht bei den Kompakten starke SUV-Konkurrenz in anderen Schauräumen.

 

Skoda Karoq Ambition 1,0 TSI

Preis: ab 28.320 Euro
OÖN-Testwagen 30.862 Euro

Motor: Turbo-Dreizylinder Direkteinspritzung
Hubraum 999 ccm
Leistung 85 kW (115 PS) bei 5000 – 5500 U/min
max. Drehmoment 200 Nm bei 2000 – 3500 U/min

Verbrauch (NEFZ)
Mix 5,3
OÖN-Test 7,2
Tank/Kraftstoffart 50 l / Super

Umwelt: Euro-6
CO2-Ausstoß 119 g/km

Antrieb: Front Getriebe 6-Gang (manuell)

Fahrleistungen:
0 auf 100 km/h in 10,6 sek
Spitze 187 km/h

Abmessungen & Gewichte:
L/B/H 4382/1841/1603 mm
Radstand 2638 mm
Leergewicht inkl. Fahrer 1340 kg
Zuladung 532 kg
Kofferraum 521 – 1630/1810 Liter
Anhängelast gebr. 1200 kg
ungebremst 660 kg

Garantie: zwei Jahre

Plus: Top-Technik zu einem fairen Preis, viel Konnektivität.

Minus: Der Dreizylinder zeigt beim Durchzug Schwächen.

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Artikel Carsten Hebestreit 06. Mai 2018 - 00:04 Uhr
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