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Landrover Discovery: Reisen auf die feine englische Art

Der Land Rover Discovery ist ein Abenteurer geblieben, kommt aber jetzt im Smoking daher.

Reisen auf die feine englische Art

Runderneuert: Ecken und Kanten findet man bei der aktuellen Ausgabe des Landrover Discovery keine mehr, ein Offroad-Abenteurerer ist er aber geblieben. Bild: Land Rover

Mit dem Discovery hat Land Rover vor 30 Jahren versucht, sich gegen die Geländewagen-Invasion der japanischen Hersteller zu verteidigen. Das Modell markierte die Mitte zwischen dem luxuriösen Range Rover und dem puristischen Defender. Der Discovery schrieb eine Erfolgsgeschichte, die jetzt in ihre fünfte Fortsetzung geht. Die aktuelle Ausgabe scheint die Mitte verlassen zu haben, denn der Abstand zur noblen Range-Rover-Kutsche ist verdammt klein geworden. Der "Disco" hat zwar immer noch die DNA des Abenteurers, dem kein Gelände zu steil und kein Gatsch zu tief ist, optisch hat er sich aber sehr elegant in Schale geworfen.

Reisen auf die feine englische Art

Design: Der Vorgänger trug noch Bartstoppeln und den Geländewagen-Look, die fünfte Generation des Discovery ist frisch rasiert und kommt im Smoking daher. Von vorne bis hinten wurden die Kanten abgerundet, auch das markante Stufendach wurde so gut wie weggehobelt. Das elegantere Erscheinungsbild ändert allerdings nicht viel am ersten Eindruck: Dieses Auto ist eine Wucht.

Innenraum: Auch bei den inneren Werten hat der Discovery längst ein Upgrading von Economy auf die Business Class erfahren. Das Testauto hatte optional zwei zusätzliche Sitzplätze in Reihe drei, die sich per Knopfdruck aus dem Laderaumboden herausfalteten. Sieben erwachsene Passagiere transportiert der "Disco" auf einen Streich, jeder Platz bietet genügend Bein- und Kopffreiheit. Beim Laderaum (bis zu 2500 Liter) und der Variabilität schaut so mancher Family-Van gegen den Discovery blass aus.

Reisen auf die feine englische Art

Sehr gewöhnungsbedürftig ist das Handling des Touchscreens. Hier sollte man sich ausgiebig (und bitte nicht während der Fahrt) mit den vielen Möglichkeiten in den verschiedenen Menüs beschäftigen. Angenehm ist die erhöhte Sitzposition – Wohnmobil-Kapitäne grüßt man auf Augenhöhe, das verbessert den Überblick und möglicherweise auch das Selbstwertgefühl, weil man auf die meisten anderen Verkehrsteilnehmer von oben herabschauen kann. Beim Ein- und Aussteigen geht der luftgefederte "Disco" übrigens artig wie ein indischer Arbeitselefant in die Knie. Die Karosserie wird um 40 Millimeter abgesenkt.

Fahrwerk: Wer mit der adaptiven Luftfederung unterwegs ist wie wir im Testauto, schwebt auf Wolke sieben. Der neue Discovery hat rund 480 Kilo im Vergleich zum Vorgänger abgeworfen und ist erstaunlich leichtfüßig (0 auf 100 km/h in 8,1 Sekunden). Durch enge Kurven wird gefahren und nicht geschaukelt. Im Gelände ist der Discovery ohnehin die Materialisierung eines feuchten Traums von Indiana Jones. Schade nur, dass die meisten Besitzer und Besitzerinnen dieses Autos die unglaublichen Offroad-Talente dieses Autos höchstens ansatzweise ausprobieren werden. Mit dem Gelände-Tempomaten (All Terrain Progress Control) könnte jeder Depp die steilsten Herausforderungen abseits der asphaltierten Wege meistern.

Motor: In unserem "Disco" pumperte das stärkste Dieselherz (V6, 3 Liter). Mit 258 PS und einem maximalen Drehmoment von 600 Newtonmeter empfiehlt sich dieser Tempomacher auch als Zugfahrzeug. Beim Verbrauch sind neun Liter für 100 Kilometer realistischer als die Werksangabe (7,2 Liter).

Reisen auf die feine englische Art

Fazit: Der neue Land Rover Discovery überzeugt als geräumiger, aber auch luxuriöser Alleskönner. Nur am ökologischen Fußabdruck könnte man noch arbeiten – das grüne Mascherl vieler Mitbewerber im Segment der XXXL-Autos namens Hybrid-Antrieb trägt er auch (noch) nicht.

 

Landrover Discovery 3.0l Td6 HSE

Preis: ab 56.950 Euro
OÖN-Testwagen 93.284 Euro

Motor: V-Sechszylinder-Diesel
Commonrail-Einspritzung
Hubraum 2993 ccm
Leistung 190 kW (258 PS) bei 3750 U/min
max. Drehmoment 600 Nm bei 1750 – 2250 U/min

Verbrauch (MVEG)
Stadt/Land/Mix 8,3/6,5/7,2
OÖN-Test 8,8
Tank/Kraftstoffart 85 l/Diesel

Umwelt: Euro-6
CO2-Ausstoß 189 g/km

Antrieb: Allrad
Getriebe Acht-Gang-Automatik

Fahrleistungen:

0 auf 100 km/h in 8,1 sec
Spitze 209 km/h

Abmessungen & Gewichte:
L/B/H 4970/2073/1888 mm
Radstand 2923 mm
Leergewicht 2298 kg
Zuladung 942 kg
Kofferraum 258 bis 2406 Liter
Anhängelast gebr. 3500 kg
ungebremst 750 kg

Garantie: 3 Jahre (100.000 km)

Plus: Der Discovery ist technisch und optisch voll auf der Höhe.

Minus: Auch der Preis befindet sich (artgerecht und nachvollziehbar) in der Höhenlage.

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Artikel Christoph Zöpfl 03. September 2017 - 00:04 Uhr
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