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Kia Stonic: Ein liebenswürdiger Schwindler

Der Kia Stonic trägt den Offroad-Look, man sollte sich aber mit ihm nicht ins Gelände wagen

Das Gelb steht dem Stonic gut. Das schwarze Kastl unter der Nummerntafel ist übrigens ein Radarsystem das unter anderem den Notbremsassistenten steuert. Bild: Kia

Klein und (ein bisserl) dick – solche Modelle sind derzeit in der Autowelt ganz groß in Mode gekommen. Kia schickt den Stonic in diese boomende Marktnische und macht dabei eine äußerst gute Figur. Die Proportionen passen recht gut, dass der Koreaner gleichzeitig eine Art Mogelpackung ist, kann man ihm verzeihen. Der Offroad-Look ist zwar recht fesch, aber wirklich ins Gelände wagen sollte man sich mit dem Stonic eher nicht. Allradantrieb gibt es nämlich keinen. Dafür ist sein Preis ziemlich steil, was die Konkurrenz etwas ins Schleudern bringen könnte. Los geht es bei 15.590 Euro.

Design: Verspielt, fast trollig, aber trotzdem nicht kindisch – die Designer haben beim Stonic gut die Kurve gekriegt. Auf allzu mutige optische Experimente hat man verzichtet – das ist gut, denn Autos im zu futuristischen Blechkleid schauen schnell einmal recht alt aus. Wer wirklich auffallen möchte, kann ja eine extravagante Farbkombination bestellen – wir empfehlen Knallgelb mit schwarzem Dach.

Innenraum: Auch drinnen gibt es nette Styling-Optionen. Die Cockpit-Anordnung hat Kia gut gelöst, über den gut ablesbaren, sieben Zoll großen Touchscreen in der Mitte lassen sich zahlreiche Funktionen bedienen. In der Top-Ausstattung gibt es einige Extras, die man bei einem Auto in dieser Preisklasse nicht erwarten würde. Besonders toll im Winter: das beheizte Lenkrad. Auch einen Notbremsassistenten ist an Bord. Der Kofferraum mit doppeltem Boden schluckt übrigens 352 Liter. Durch das Umlegen der Rücksitze lässt sich die Ladefläche gut erweitern.

Fahrwerk: Obwohl der Stonic zur „hochbeinigen“ Mini-SUV-Garde zählt, ist er erstaunlich knackig und sportlich unterwegs. Auch die (Sechsgang-)Schaltung ist präzise. Man sitzt nicht wie in einem SUV im „ersten Stock“, sondern eher im Hochparterre.

Motor: Im Test machte der Vierzylinder-Diesel mit 110 PS Tempo. Damit ist der Stonic recht leichtfüßig und gleichzeitig auch sehr sparsam unterwegs.

Im Test schluckte er fünf Liter pro 100 Kilometer. Dass ein Diesel wie ein Diesel klingt, darf man ihm nicht vorwerfen. Als zeitgemäßere Motorisierung für einen Kleinwagen hat Kia übrigens auch einen Dreizylinder-Benziner im Programm.

Fazit: Der Kia Stonic hat sich optisch als Geländewagen fesch gemacht, hinter der zeitgeistigen Fassade verbirgt sich ein kompakter Kleinwagen, mit einer guten Raumaufteilung und tollen Extras. Eines dieser Extras ist die siebenjährige Garantie, mit der die Koreaner eine besondere „Grußbotschaft“ an die europäische Autoindustrie richten.

 

Kia Stonic 1,6 CRDi

Preis: ab 15.590 Euro
OÖN-Testwagen 23.090 Euro

Motor: Vierzylinder-Diesel Commonrail-Einspritzung
Hubraum 1582 ccm
Leistung 81 kW (110 PS) bei 4000 U/min
max. Drehmoment 260 Nm bei 1500 - 2750 U/min

Verbrauch (MVEG)
Stadt/Land/Mix 4,9/3,8/4,2
OÖN-Test 5,0
Tank/Kraftstoffart 45 l/Diesel

Umwelt: Euro-6b
CO2-Ausstoß 109 g/km

Antrieb: Front
Getriebe 6-Gang (manuell)

Fahrleistungen:
0 auf 100 km/h in 11,3 sec
Spitze 180 km/h

Abmessungen & Gewichte:
L/B/H 4140/1760/1520 mm
Radstand 2580 mm
Leergewicht 1227 kg
Zuladung 473 kg
Kofferraum 352 - 1155 Liter
Anhängelast gebr. 1100 kg
ungebremst 450 kg

Garantie: sieben Jahre

Plus: Preis-Leistungs-Verhältnis, Raumaufteilung, gelungenes Design, lange Garantie

Minus: keine Allrad-Version verfügbar

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Artikel Christoph Zöpfl 31. Dezember 2017 - 00:04 Uhr
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