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Fiat Tipo 1,2 Multijet: Der Preis-Leistungs-Kombinierer

Mit dem verlängerten Tipo manövriert sich Fiat auf das Radar der Schnäppchenjäger.

Der Preis-Leistungs-Kombinierer

In der Verlängerung ein praktischer Typ: Schon bei aufgestellten Rückenlehnen hinten passen 550 Liter Ladung in den Kofferraum. Bild: Fiat

Da ist er ja wieder: Fiat hat der Modellfamilie namens Tipo nach 20-jähriger "Kunstpause" ein zweites Leben eingehaucht. Dem Comeback in Form des Fünftürers folgt jetzt die Kombi-Variante, die beim Balanceakt zwischen Preis und Leistung eine ausgezeichnete Figur macht. Mit dem scharf kalkulierten Einstieg bei knapp 16.000 Euro manövriert sich der Italiener, der im türkischen Fiat-Werk in Bursa vom Band läuft, auf das Radar der Schnäppchenjäger.

Design: Naja, italienische Autos haben schon einmal etwas eleganter ausgeschaut, aber der verlängerte Tipo kann sich durchaus sehen lassen. Die Proportionen passen, die Frontpartie mit dem markanten Kühlergrill vermittelt sogar fast so etwas wie Dynamik. Die Farbe stand dem Testauto recht gut (Mediterrano Blau). Im Gegensatz zu manchem Paradiesvogel mit top-modischem Make-up wird unser Tipo auch in ein paar Jahren nicht alt aussehen.

Innenraum: Natürlich merkt man hier schon, dass dieses Auto die Billig-Schiene befährt. Es gibt viel Plastik in den verschiedensten Ausformungen, aber das Material mutet nicht schäbig an, auch die Verarbeitung ist okay. Der mittig platzierte Touchscreen ist sowohl von seiner Dimension (7-Zoll) als auch von der Bedienbarkeit her sehr gelungen. Bei den Hebeln und Schaltern wurde gespart, dafür war man beim Platzangebot sehr großzügig. Das gilt sowohl für die Sitze in Reihe eins und zwei als auch für den Stauraum. Der Kofferraum schluckt 550 Liter, dazu kommen zahlreiche Ablagefächer.

Fahrwerk: Im Testbetrieb waren wir, was Zuladung und Passagierzahl betrifft, meistens "untergewichtig" unterwegs, da hielt der Tipo sehr brav die Spur und bot dabei einen hohen Fahrkomfort. Praktisch: Der City-Modus für eine leichtgängigere Lenkung in der Innenstadt und beim Einparken.

Motor: Der Multijet-Diesel leistet 120 PS und war im Testauto an eine Doppelkupplungs-Automatik gekoppelt. Der Ton war vielleicht etwas rau, auch die Beschleunigung war nicht gerade atemberaubend und geschmeidig (wir waren zuvor mit einem 610 PS starken Zwölfzylinder auf Probefahrt, das soll fairerweise angemerkt sein), aber nach einer kurzen Phase unter dem Motto "Gewöhnen ans Gerät" kehrte dann schon eine Art von innerer Zufriedenheit ein. Mehr als 120 Zugpferde braucht’s nicht.

Fazit: Die Italiener haben nicht wie Renault (Dacia) oder VW (Skoda) eine eigene Marke im Segment der Low-Budget-Autos an den Start gestellt, sondern schicken den Tipo mit dem Fiat-Logo auf Kundenfang. Das scheint eine mutige Strategie zu sein. Ob sie auch clever ist, werden die Verkaufszahlen zeigen. Das Format eines Bestsellers hat der Kombi jedenfalls.

 

Fiat Tipo 1,2 Multijet

Preis: ab 16.290 Euro
OÖN-Testwagen: 24.790 Euro

Motor: Vierzylinder-Diesel Commonrail-Einspritzung
Hubraum: 1598 ccm
Leistung: 88 kW (120 PS) bei 3750 U/min
max. Drehmoment: 320 Nm bei 1750 U/min.

Verbrauch (MVEG)
Stadt/Land/Mix: 4,1/3,2/3,5
OÖN-Test: 4,9
Tank/Kraftstoffart: 50 l/Diesel

Umwelt: Euro-6
CO2-Ausstoß: 92 g/km

Antrieb: Front
Getriebe: 6-Gang-Automatik
Fahrleistungen: 0 auf 100 km/h in 10,4 sec
Spitze: 200 km/h

Abmessungen & Gewichte:
L/B/H: 4571/1792/1514 mm
Radstand: 2638 mm
Leergewicht: 1425 kg
Zuladung: 550 kg
Kofferraum: 550 Liter
Anhängelast gebr.: 1000 kg

Garantie: 2 Jahre plus 2 Jahre „Maximum Care“ (max. 60.000 km)

Plus: Preis, Variabilität, kein Schnick-Schnack

Minus: etwas viel Plastik im Innenraum

 

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Artikel Christoph Zöpfl 12. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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