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"Nicht das Ergebnis zählt, sondern das Erlebnis"

Führungskräfte-Trainer Dieter Lange: "Man muss ständig an der Einstellung zur Arbeit arbeiten"

"Nicht das Ergebnis zählt, sondern das Erlebnis"

Dieter Lange coacht europaweit Führungskräfte in Top-Firmen Bild: (cityfoto)

Ob wir im Beruf erfolgreich sind oder nicht, wie motiviert wir in den Arbeitstag gehen – das alles hängt einzig und allein von unserer Einstellung ab, sagte Führungskräfte-Coach Dieter Lange bei der OÖN-Wirtschaftsakademie vergangenen Dienstag im Lentos.

Deshalb würde man Sieger auch schon am Start erkennen. Und Verlierer eben auch. "Man sieht es den Leuten im Gesicht an, wie ihre Einstellung zum Beispiel zur Arbeit ist. Der Körper kann nicht lügen", sagte der Experte. Die Einstellung führe zu einer Verhaltensweise und diese führe zum Ergebnis.

Seine Tipps: "Wenn Sie jemand ärgert, üben Sie sich in heiterer Gelassenheit. In Wirklichkeit ärgert ja nicht der andere Sie, sondern Sie ärgern sich selbst. Übernehmen Sie Selbstverantwortung. Ob man Glück hat oder Unglück liegt nie an anderen, sondern immer an einem selbst."

Erfolg hat also nur, wer die richtige Einstellung zur Arbeit, zum Arbeitgeber und zur Tätigkeit hat. Dabei erklärte Lange das Wort "Erfolg" so: "Das Wort Erfolg ist zweifellos positiv besetzt, deshalb streben wir nach Erfolg. Das lernen wir schon als Kind. Die Hoffnung auf Erfolg hält uns am Laufen", sagte er. Das Problem sei aber: Was passiert, wenn man angekommen ist? Wenn man ein Ziel erreicht hat? Was kommt danach? "Der Gedanke, dass wir irgendwann ankommen, ist eine Illusion. Es gibt keine Ende der Karriereleiter, sie ist eine Endlos-Leiter", erklärte er. Deshalb mache Erfolg auch nicht dauerhaft glücklich.

"Wer ganz oben angelangt ist, weiß eigentlich schon, dass es ab jetzt wieder bergab gehen muss." Deshalb müsse man sich bewusst machen, dass es viel wichtiger ist, den eigenen Weg zu gehen und ihn stetig zu verfolgen. Schließlich heißt Erfolg auf Englisch "success" oder auf Italienisch "successo" – also "sukzessive".

Es sei ein altbekannter Ausspruch, aber es sei tatsächlich so: Der Weg ist das Ziel. Hier können wir zum Beispiel viel von Kindern lernen.

"Als Erwachsener reagiert man mit Unverständnis, wenn ein Kind eine Sandburg baut und sich, wenn sie perfekt aussieht, mit größter Begeisterung hineinwirft und sie zerstört. Das Kind ist beim Bauen mindestens genauso glücklich wie beim Zerstören – weil nicht das Ergebnis zählt, sondern das Erlebnis", sagte der studierte Psychologe, der Firmen wie BMW, Bayer oder Unilever zu seinen Kunden zählt. Umgelegt auf die Arbeitswelt bedeutet das: Der Spaß am Tun ist entscheidend – wer Meister in einer Disziplin ist, müsse wieder Schüler in der nächsten werden.

Raus aus der Bequemlichkeit

Übrigens: Es gibt laut Lange nur zwei Gründe für Motivation – Liebe und Angst. Nur wer die Angst überwindet und aus der Bequemlichkeit ausbricht, schafft es, wirklich erfolgreich und glücklich zu werden. Die Angst und die daraus resultierende Vernunft hindern uns aber oft daran. "Das ist schade, denn Vernunft zwingt zu Kompromissen und das bewirkt, dass meist beide Seiten unzufrieden sind", sagte Lange.

Und: Probleme zu haben sei nicht nur normal, sondern zwingend notwendig. "Der Mensch will nicht ohne Probleme leben. Wer keine hat, macht sich welche. Auch mit Geld ist man nicht glücklicher, es ändert nur die Probleme, die man selbst kreiert", sagte er.

OÖN-Wirtschaftsakademie

Die „OÖN-Wirtschaftsakademie und Führungsimpulse 2014“ ist eine Vortragsreihe der OÖN und Speakers Excellence mit dem Ziel, Führungskräften und Mitarbeitern neue Impulse für ihren Arbeitsalltag zu geben. Die nächsten Termine:
23.9.2014: Sanjay Sauldie
„Strategisches Internetmarketing für die Märkte von morgen“
21.10.2014: Manfred Spitzer
„Mentale Stärke für Führungskräfte“
18.11.2014: Gregor Rossmann
„Fit for Life – Fit for Business“
Alle Infos: www.nachrichten.at/wirtschaftsakademie

 

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Artikel Elisabeth Eidenberger 24. Mai 2014 - 00:04 Uhr
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