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Zurück im Job: Mehr Frust als Freude?

Der erste Arbeitstag. Nach einer Auszeit an den Arbeitsplatz zurückzukehren, ist für manche Menschen ein Albtraum. „Höchste Zeit, zu handeln“, sagt Arbeitspsychologin Christa Schirl.

Zurück im Job: Mehr Frust als Freude?

Statt sich zu ärgern, ist es besser, etwas zu verändern. Bild: Colourbox

Viele Menschen sind wehmütig, wenn ihr Urlaub zu Ende geht. „Das ist völlig in Ordnung“, sagt Christa Schirl. „Problematisch ist es aber, wenn man gleich in den ersten Arbeitstagen innerlich zusammenbricht, total erschöpft und verzweifelt ist, Weinkrämpfe bekommt. Dann sollte man dringend handeln“, sagt die Arbeitspsychologin.

„Gerade wenn Menschen eine Auszeit vom Job genommen haben, fällt ihnen bei ihrer Rückkehr vieles auf, was davor im täglichen Alltagstrott vielleicht untergegangen ist“, sagt Schirl. „Da werden Missstände und Unstimmigkeiten, die man zuvor kaum wahrgenommen hat, plötzlich sichtbar.“ Das führe zwar zu Frust, berge aber auch eine große Chance: „Das Wichtigste ist dabei, Ruhe zu bewahren. Keinen spontanen Rundumschlag zu machen, sondern die Situation genau zu analysieren. „Am besten in Gesprächen mit Familie, Freunden oder professionellen Coaches.“

Und sich dabei vor allem eines zu fragen: „Was passt nicht mehr?“

Das könnten zum einen innere Faktoren sein. „Ist der Job noch stimmig, gefallen mir meine Aufgaben noch“, sagt Schirl. „Das kann sich ja auch alles im Laufe des Lebens ändern.“ Und es gebe natürlich auch externe Faktoren, die für den Frust verantwortlich sein können. „Die liegen vielleicht im Bereich der Unternehmenskultur, in der Personalführung oder bei den Kollegen“, sagt Schirl. „Oder im Arbeitspensum, das nicht mehr zu schaffen ist.“

Auf zu neuen Ufern

Schirl rät, sich das alles in Ruhe durch den Kopf gehen zu lassen und dann aktiv an einer Verbesserung seiner Arbeitssituation zu arbeiten. „Das heißt nicht zwingend, sich einen neuen Beruf oder ein neues Unternehmen zu suchen, dass kann auch in der eigenen Firma klappen“, sagt sie. „Wichtig ist, mir vorher zu überlegen, was ich ändern will und was ich brauche, um in meinem Job zufriedener zu sein. Das können auch Kleinigkeiten sein, aber auch die muss man zuvor erkennen“, sagt Schirl.

Insofern könne man den Wiedereinstieg nach dem Urlaub als Barometer sehen, „als Chance, aus der Distanz heraus seine Situation zu bewerten und dann zu verbessen“, sagt Schirl. „Und die Urlaubskraft für Veränderungen zum Positiven zu nutzen.“

 

Tipps für den ersten Tag: Damit der Wiedereinstieg leichter fällt

„Den ersten Tag, wenn möglich, ruhig angehen“, sagt Arbeitspsychologin Christa Schirl. „Nicht zu viele Termine, nicht gleich wieder durchstarten von null auf 100“

Im Urlaubsland gibt es oft kulinarische Köstlichkeiten, die hierzulande nicht erhältlich sind. „Bringen Sie kleine Kostproben mit – und lassen Sie Ihren Kollegen probieren“, sagt Schirl. „Macht gute Laune und schafft Urlaubsstimmung“.

Generell rät die Expertin, sich einmal zu überlegen, was einem im Urlaub besonders gefallen hat. „Egal ob das der tägliche Spaziergang oder die gemütliche Lesestunde am Abend war. Wenn es einem gut getan hat, sollte man versuchen, diese Dinge auch in seinem Alltag zu integrieren.“

Sich schon jetzt Gedanken über den nächsten Urlaub machen und diesen planen. „So ist der Zeitraum bis zur nächsten Auszeit überschaubar. Und die Vorfreude auf die kommenden freien Tage schließt quasi ans Urlaubsende an“, sagt Schirl.

„Sich bewusst zu machen, dass Arbeit ein wichtiger Teil des Lebens ist, aber nicht das ganze Leben“, sagt Christa Schirl. „Auch andere Dinge sind wichtig: Familie, Freundschaften, Hobbys, Sport, Kultur. Nicht vergessen: Es sollte auch ein Leben nach der Arbeit geben.“

Kleine Erinnerungsstücke an den Urlaub – ein Foto, eine Muschel, eine Dose mit Sand vom Lieblingsstrand – können helfen, das Urlaubsgefühl an den Arbeitsplatz mitzunehmen – und damit noch ein bisschen zu verlängern.

 

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Artikel Valerie Hader 29. August 2012 - 00:04 Uhr
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