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"Kannibalisieren Sie sich, sonst tut's ein anderer"

LINZ. "Alle sehen es kommen – und trotzdem schaffen sie den Sprung nicht", sagte Dietmar Dahmen am Dienstagabend bei der OÖN-Wirtschaftsakademie, einer Vortragsreihe für neue Impulse, im Linzer Brucknerhaus vor knapp 300 Besucherinnen und Besuchern.

"Kannibalisieren Sie sich, sonst tut’s ein anderer"

Dietmar Dahmen (Cityfoto.at) Bild: kunasz evenfoto.at

Er sprach damit die Digitalisierung der Welt an, und wie schwer sich traditionelle Unternehmen tun, diesen Wandel gewinnbringend zu meistern. Der Berater und Innovator machte es an einem Beispiel deutlich. "Nokia hatte einst 80 Prozent Marktanteil bei Mobiltelefonen. Natürlich hat man gesehen, dass das Smartphone kommt und erfolgreich ist. Trotzdem wollten sie von ihrem funktionierenden Produkt nicht loslassen", sagt er. Seine Erkenntnis: "Wenn Sie nicht ihr eigenes Geschäft kannibalisieren, dann wird es ein anderer tun. Es wird neue Gewinner geben", sagte der Marketing- und Internetexperte.

Viele würden sich fragen: Warum sollen wir etwas Neues machen? "Die Warum-Fragen killen den Flow. Nur die Warum-nicht-Frage ist eine dynamische und bewirkt etwas", sagte Dahmen. Selbst wenn das eigene Produkt jetzt erfolgreich ist: Das Umfeld verändert sich rasant. "Wir müssen lernen, Altes zurückzulassen. Und zwar schnell. Denn die Entwicklung rennt", sagt er.

Wie sich die Umwelt verändert, beschrieb Dahmen anschaulich: "Alles wird digital, wir sind vollkommen vernetzt – ob wir wollen oder nicht", sagt Dahmen. Ein Beispiel ist ein U-Bahn-Ticket, das auf dem Smartphone verfügbar ist. "Jetzt ist das aber kein reines Ticket mehr", sagte er und zeichnete folgendes Bild: Der U-Bahn-Betreiber weiß damit, wer fährt und wann derjenige fährt. Und er weiß von den eigenen U-Bahnen, wie voll die nächste und wie leer die übernächste ist. Damit kann er flexible Preismodelle ermöglichen. Wer dringend die erste volle Bahn nehmen will, zahlt mehr als einer, der auf die nächste wartet. Und das Spiel könnte man noch weiter drehen: Wenn man weiß, dass im Sommer das eine öffentliche Schwimmbad überfüllt ist und alle Leute bei dieser U-Bahn-Haltestelle aussteigen, ein anderes eher leer ist, kann man auch hier ein Preismodell aufsetzen. Das nenne man dann Smart City", sagte er.

Einfacher für den Nutzer

Heute schon sei alles online: Es gibt Sensoren für Windeln, die anzeigen, wenn sie nass sind. Es gibt Sensoren in Fußbällen, die in einer Smartphone-App anzeigen, wie scharf der Schuss war, und es gibt Sensoren in Schuhsohlen, die aufzeigen, wie viele Schritt man geht und wie man den Fuß dabei belastet. Bei neuen Produkten müsse man daher auf zwei Dinge achten: "Sie müssen den Menschen bei den Emotionen packen", sagte Dahmen. Und: "Neues muss es für den Nutzer einfacher machen – auch wenn das bedeutet, dass es für den Hersteller meist komplexer und schwieriger wird."

Infos/Termine: nachrichten.at/wirtschaftsakademie

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Artikel Elisabeth Eidenberger 27. März 2015 - 00:00 Uhr
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