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Bei Jobwahl keine Kompromisse

LINZ. Karriereforum 2014: Uni-Professor Bernad Batinic rät Jobeinsteigern, sich genügend Zeit zur Entscheidung zu lassen und seinen Talenten zu folgen.

Bernad Batinic

Bernad Batinic Bild:

Am 18. März steigt das vierte Karriereforum in Linz, veranstaltet von Oberösterreichischen Nachrichten und Salzburger Nachrichten. Für die Hauptzielgruppe von Schülern und Studenten dreht sich am Vormittag alles um die Zukunft der Arbeit. Bernad Batinic, Professor für Psychologie an der Johannes Kepler Uni in Linz, hält den Impulsvortrag. Seine wichtigsten Thesen hat er vorab skizziert.

1Sich genug Zeit für die Berufsentscheidung lassen. Batinic plädiert dafür, sich selbst im Job verwirklichen zu wollen. "Ich plädiere für ausgiebige Orientierungszeiten, die man nützen sollte. Das kann der Präsenzdienst oder ein freiwilliges soziales Jahr sein", sagt der Forscher. "Dabei sollte man stark auf sich selbst hören und nicht nur auf die Vernunft." Die Aussichten auf hohe Jobsicherheit würden junge Menschen veranlassen, Kompromisse einzugehen. "Da habe ich geregelte Arbeitszeiten, da habe ich die Chance auf Elternkarenz – sich davon leiten zu lassen, greife zu kurz", warnt der gebürtige Serbe, der in Deutschland gelebt und geforscht hat und seit 2005 an der Kepler Uni lehrt. "Manche überschreiten eine Grenze, indem sie eine Ausbildung oder ein Studium beginnen, und diese dann durchhalten und dabei bleiben, obwohl sie drauf kommen, dafür brennt mein Herz nicht", sagt der 44-Jährige.

2Sich auf Karrierebrüche einstellen: "So wie die Generation der Eltern in einem Unternehmen beginnen und sich bis zur Pensionierung dort hocharbeiten, das wird es nicht mehr geben." Auf Umzüge, Pendeln und ein vernetzteres Arbeiten müssten sich die Jobeinsteiger einstellen. "Die Internationalisierung nimmt zu. Die Überlegung, für seinen Arbeitgeber ins Ausland zu gehen, sollte stärker in Erwägung gezogen werden. Sprachkenntnisse sind ein entscheidender Faktor.

3Arbeit wird häufig mit Gelderwerb gleichgesetzt. Auf den ersten Blick zähle nur das Geld. So laute die erste Frage nach einem Jobwechsel: "Verdienst du besser?" oder bei Berufseinsteigern: "Und was verdienst du?", erzählt Batinic. Doch Arbeit sei viel mehr, es gäbe dem Leben und der Person Bedeutung, sei sinnstiftend, ermögliche Sozialkontakte zu den Geschäftspartnern und Arbeitskollegen, strukturiere den Tag. "Das Wichtigste ist, dass ein Beruf einen begeistert", erklärt der Forscher. Denn, nur wer von seiner Arbeit überzeugt sei, sei gut darin.

Zur Person

Bernad Batinic lehrt und forscht seit 2005 an der Johannes Kepler Universität in Linz zumThema Arbeits-, Organisations- und Medienpsychologie.

Batinic studierte in Gießen, später war er in Erlangen-Nürnberg und Marburg tätig. Er beschäftigt sich mit Online-Umfragen. Auch setzt er sich mit den Aspekten von Erwerbsarbeit und Wohlbefinden auseinander.

Karriereforum 2014

50Aussteller sind bei der vierten Auflage dieser Jobmesse am 18. März im Palais Kaufmännischer Verein in Linz vertreten. Industriebetriebe wie Engel, Palfinger, Borealis oder KTM sind dabei, ebenso die wichtigsten Banken und Handelsketten wie Hofer, der Rewe-Konzern und Lidl.

Um 10 Uhr geht es los. Es finden Vorträge zum Bewerbungsgespräch und Gehalt-Verhandeln statt, dazu gibt es einen Unterlagen-Check, eine Styling-Lounge und vieles mehr. (www.karriereforum.eu/karriereforum-linz/)

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Artikel 01. März 2014 - 00:04 Uhr
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